Ein Blog wird beruehmt - zu Recht

Die Deutsche Welle ist dabei, eine Tradition zu gruenden. Best of the Blogs wurde das getauft, was die Veranstalter in gutem Deutsch als ihre International Weblog Awards bezeichnen.
Kurz: The BOBs.

Es gibt dort die duale Vielfalt der Preisverleihung durch eine Jury und das Publikum, eine Variante, die man beim Boxen vielleicht doch nicht einfuehren sollte.
Um das Thema (Jury-) "Kritik" gleich mitzubehandeln: Solange man Gewinner nicht mit Stoppuhr, Zollstock oder Waage ermitteln kann, wird es die immer geben. Dass es - von der Welt des Sports gesprochen - in letzter Zeit sogar trotz der genannten Hilfsmittel immer haeufiger zu Eklats kommt (Radsport, Formel 1 etc.), soll hier auch nicht weiter interessieren.

Es freut mich gewaltig, dass meine Blogfreundin Christiane Link mit ihrem Behindertenparkplatz in der gerade vor ein paar Tagen abgeschlossenen Jurywahl der Kategorie Best Weblog Deutsch den ersten Platz belegte. Auch bei der Publikumswahl landete ihre Seite in besagter Kategorie auf einem beachtlichen achten Platz.

Christiane selbst wurde ueber den Gewinn uebrigens folgendermassen informiert:
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"Gewonnen!
Ich bekomme gerade Trackbacks, die mir sagen, dieses Blog hätte beim Blogwettbewerb der Deutschen Welle in der Kategorie “Bestes deutsches Weblog” gewonnen. Ich freue mich natürlich riesig und bedanke mich herzlich für den Preis."

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Natuerlich freut es mich auch gewaltig, weil ich fluechtig mit Christiane bekannt bin (ich habe schon einmal mit ihr in ihrem BBC-Studio telefoniert - das zaehlt!) und sie in meiner nach ihr(em Nachnamen) benannten Leiste auftaucht. Aber in erster Linie finde ich dieses Abschneiden so toll, weil es ein Blog, welches nach Titel und Inhalt nicht unbedingt im Zentrum irgendeines Grosspublikumsinteresses zu erwarten waere, geschafft hat, eine solche Anerkennung zu erreichen.

Ja, Christiane ist ausgebildete Journalistin und weiss ihre Worte zu waehlen. Das aendert aber nichts daran, dass sie eine "unabhaengige" Form gefunden hat, die ein grosses Publikum anspricht und fuer ihr Anliegen begeistert.
Ein Anliegen, von dem sie manchmal behauptet, dass es gar nicht existiert.
Selbst erlebte Alltagsgeschichten. In ihnen eingebettet oftmals humorvolle Kritik und kritischer Humor. Manchmal auch kritische Kritik, welche durch doppelte Verneinung nicht zu etwas positivem wird. Meist schafft sie es, dass man sich selbst fuehlt, als wuerde man in dieser wunderbaren Erfindung namens Rollstuhl sitzen und mit den oft vermeidbaren Tuecken dieser kleinen Besonderheit zu kaempfen haben. Ob in London oder Hamburg oder sonstwo.

Von tausenden taeglichen Besuchern spricht Christiane, die sie ploetzlich aufgrund des BOBs-Gewinnes verzeichnen kann. Ich wuensche ihr, dass es kettenreaktiv noch tausendmal so viele werden.
Glueckwuensche unnoetig.
Christiane schmiedet nicht nur ihr eigenes, sondern auch das vieler anderer "Betroffener" meisterhaft.

WEITER SO!

Ein Abschlusszitat noch aus Christianes "Dankrede", welches meines Erachtens doch zumindest eines ihrer Anliegen sehr gut auf den Punkt bringt:
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"Derzeit werden diese Diskussionen aber tagtäglich geführt (nicht nur in Deutschland) und fallen nicht immer pro Barrierefreiheit und Teilhabe aus. Und das wiederum hat mit dem Denken über Behinderung zu tun. Wenn man davon ausgeht, dass der behinderte Mensch “das Problem” ist und nicht die fehlende Rampe, dann wird man sich nie veranlasst fühlen, eine Rampe anzuschaffen."
Christiane Link um 17:32 Uhr am Dienstag, 20. November 2007
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24.11.07 03:38
 
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