Lebenswandel

Im Genitiv mit undefiniertem Artikel:
Der Wandel eines Lebens. Oder mehrerer.
Dieser tritt zum Beispiel ein, wenn man Mutter oder Vater oder Bruder wird.
In ganz besonderem Umfang tritt er aber ein, wenn das Neugeborene nicht ganz den Massstaeben entspricht, die man bei einem "normalen" ser humano ansetzt. Ein Exempel hierfuer wiederum sind Babys, die mit dem sogenannten Down-Syndrom zur Welt kommen.

Der leise Verdacht, der sich bei den Aerzten waehrend der Analyse des Ultraschalls (erweiterte Nackenfalte) in der 14. Woche regte, hat sich leider doch bestaetigt. Auch wenn sich die Worte sehr grausam anhoeren, aendert das nichts an der schlichten Wahrheit:
Maximilian ist ein behindertes Kind.

So; Ihr, die Ihr im Geiste bei uns seid, Ihr duerft jetzt erstmal "Oh nein!" sagen. Denn das habe ich im ersten Moment auch getan.
Ihr duerft ein paar Traenen vergiessen, denn auch das habe ich getan.
Aber dann, wenn Ihr einmal tief Luft geholt habt, dann duerft Ihr uns gratulieren!!! Denn mit Maximilian wurde uns ein kleiner Engel gesandt.



Abgesehen vom Down-Syndrom ist er, soweit man das bis jetzt sagen kann, in Ordnung. Etwas kleiner, etwas schmaechtiger als sein Bruder damals war, aber Maximilian verliess den Mutterleib auch schon nach 38 Wochen. Das hatte verschiedene Gruende, von denen keiner schwerwiegend war.
Er musste nicht laenger in der incubadora bleiben als andere Neugeborene und nach 24 Stunden konnten wir bereits nach Hause.



Natuerlich ist mein Kopf laengst noch nicht klar. Was diese "Begleiterscheinung" fuer Max, Niklas, die cabronsita und mich bedeuten wird, kann ich bei weitem noch nicht erfassen. Aber das werden wir - und Stueck fuer Stueck auch Ihr - schon mitbekommen.
Die Wiege steht hier neben mir und ich sehe den Kleinen an und schon kleckert das salzige Zeugs aus den Augen wieder in Sturzbaechen auf die Tastatur herunter. Aber dabei habe ich ein Laecheln in der Visage. Einerseits muss ich zugeben, dass der Schmerz immer noch sehr gross ist und vielleicht gerade erst anfaengt. Andererseits bin ich so stolz auf den Kleinen. Er ist so sueeeessss, glaubt mir!



Warum nun schreibe ich in der Oeffentlichkeit ueber so private Dinge - und werde es vielleicht auch weiterhin tun? ..... moegen manche von Euch denken.
Die Antwort ist einfach. Man nennt es Therapie. Es gibt bestimmte Situationen im Leben eines jeden Menschen, die man nicht so ohne weiteres meistern kann. Daher sucht man Hilfe in der einen oder anderen Form. Fuer mich ist es eine grosse Befreiung, ueber dieses "Problem" - es ist eines, vor allem emotional, auch wenn man es nicht so betrachten sollte -
zu reden. Und ich kann es bereits. Bedenkt, dass ich Euch gegenueber 48 Stunden Informationsvorsprung habe.

Verschweigen, verstecken, Schuld suchen etc. waeren in meinen Augen die falschesten Reaktionen, die man zeigen koennte. Also nehmt mir bitte nicht uebel, wenn ich Euch diesen wohl doch recht "harten" Lesestoff zumute.

Dies soll fuer den Moment erst einmal genug sein.
Jede Art von Reaktion ist mir herzlich willkommen.
Mit einer Ausnahme.
Bitte kein Mitleid!!!
21.12.06 19:34
 
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