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Pueblo Mágico: REAL de ASIENTOS
Der Titel Pueblo mágico wird in letzter Zeit vergeben wie seinerzeit Einladungen zur Convención Nacional Democrática. Ich habe aufgegeben, mitzuzaehlen. Vor kurzem hat die Herdis bei den Travelnews noch einmal etwas ueber den aktuellen Stand der Dinge berichtet. Somit hat jetzt im Durchschnitt so ziemlich jedes Bundesland eines dieser "magischen Doerfer". Interessant fuer mich war, dass auch das Bundesland Aguascalientes eins "abbekommen" hat. Grund genug, mir den Ort im neuen Licht anzusehen. Denn ich war schon einmal dort, vor vielen Jahren. Und schon damals machte der Ort einen besonderen Eindruck auf mich. ![]() Eigentlich ist es schwer zu sagen, warum das so war. Denn es war eigentlich nichts anderes als ein typisches Dorf. Etwas hoeher gelegen, also ist die Luft anders. Und die Anfahrt fuehrt durch leichte Berglandschaft - der ganze Bundesstaat Aguascalientes ist an sich schon recht hoch gelegen - mit einigen Minen durchsetzt. Vielleicht spielt das alles eine Rolle fuer den Eindruck. Ich moechte hier weder ueber historische noch andere typische Reisefuehrerdaten sprechen, sondern eher davon erzaehlen, wie es uns erging. Wir kamen recht spaet an, einige Probleme verzoegerten unsere Anreise. Es sind nur 61 km von der Hauptstadt Aguascalientes aus und trotzdem bewegt man sich bis an die Grenze des kleinen Bundeslandes. Wir hatten es also etwas eilig, aber andererseits gibt es soooo viel auch wieder nicht zu sehen. Die erste Ueberraschung war die Sauberkeit. Dazu traegt auch bei, dass man die Strassen in einen relativ guten Zustand gebracht hat. Das war nicht immer so. Den (oben abgebildeten) zócalo zu verfehlen waere etwa so wie in Cancún das Meer nicht zu finden. Immer der Nase nach, und man kommt automatisch an. Zuerst - Real de Aseintos ist Hauptstadt des gleichnamigen municipios - suchten wir die Verwaltung auf, in der Hoffnung, etwas Information zu bekommen. Es war tatsaechlich geoeffnet (Samstag am spaeten Nachmittag), und ein anscheinend recht angetrunkener Uniformierter wollte sich sofort um uns kuemmern. Wir wimmelten ihn schnell ab und machten uns selbst auf den Weg. Die Kirche am zócalo war die erste Station. ![]() Eigentlich auch nichts besonderes, aber trotzdem natuerlich Pflicht. Wir wussten, dass es unter der Kirche einen etwa 70 m langen Tunnel gibt. Spaeter erfuhren wir, dass der ganze Ort von einem unterirdischen Tunnelsystem unterfuehrt ist. Als wir die Kirche verliessen, wartete das oertliche Polizeiauto auf uns. Uuups. Der Uniformierte hatte angerufen und der Polizist begleitete uns - im Schritttempo neben uns herfahrend - zum Eingang des Kirchentunnels. Dort wartete schon die mittlerweile auch informierte Fuehrerin auf uns. Man nimmt die Sache ernst in Real de Asientos. Wir machten den Tunnelgang (nur fuer Leute moeglich, die gebueckt gehen koennen) und kamen auf dem Platz vor der Kirche wieder heraus. Ein wenig gruselig, vor allem, da wir von oben durch sakrale Musik begleitet wurden, die bis an unser Ohr drang. Dann kam noch ein wenig Programm in der Kirche, fuer Glaeubige sicher ganz besonders interessant, da man einige Reliquien zu sehen bekommt, die man an diesem Ort nicht unbedingt erwartet. Gemaelde mit Mona Lisa - Effekt und anderes. Nachdem diese Kurztour beendet war, lief uns schon die Zeit davon. Wegen der Lichtverhaeltnisse. Die zweite Kirche konnten wir nicht mehr betreten. Also schauten wir uns das Ganze von der Strasse aus an. (Die Fotos kann man per Doppelklick einzeln betrachten) Das Dorf ist klein. Was bedeutet, dass wir schnell "durch" waren. In der Umgebung gibt es noch einige Dinge zu bewundern, was wir natuerlich nicht mehr schafften. Bei unserem Rundgang kamen wir am oertlichen Billardsalon vorbei, wo wir uns selbstverstaendlich ein paar Zurufe auf Englisch anhoeren durften. Dies haben wohl alle pueblos mágicos gemein, denn es sind und bleiben genau das: Pueblos (Doerfer). Bevor wir abfuhren, kamen wir noch in den Genuss des Anblicks der Kirche am zócalo bei Dunkelheit: ![]() Kleines Fazit: Wenn man in der Naehe ist, lohnt sich ein Abstecher ohne Zweifel. Eine lange Reise wuerde ich allerdings wegen Real de Asientos nicht auf mich nehmen. |
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