Blogparade: Warum Auswandern?

Andreas sucht 1000 gute Gruende, die fuer oder gegen das Auswandern (aus Deutschland) sprechen.
Das ist ein Sandwich, auf das ich gern meinen Senf schmiere.

Sandwich, weil diese Sache in vielen, vielen Aspekten von zwei Seiten betrachtet werden kann. Das faengt an mit dem "Wohin?" oder "Woher?". Welcher dieser beiden Fragen war die entscheidende fuer meinen Schritt? Wollte ich unbedingt weg aus Deutschland oder hatte ich ein Traumziel?

Fuer mich ist Deutschland ein wunderschoenes Land und ich bin froh, dass ich Deutscher bin. Trotz teilweise beschaemender Geschichte, trotz teilweise aus heutigem Blickwinkel merkwuerdigem Verhalten und Denkweise meiner Landsleute. Und, hach, ich waere gern in Deutschland. Als Tourist. 3 Monate lang. 4 mal pro Jahr. Jedes Jahr.
Aber eben als Tourist.

Es hatte sich mir nie die Frage gestellt, Deutschland zu verlassen ... bis die cabronsita in mein Leben trat. Dann wurde es auf dem Papier nach dem Gleichberechtigungsprinzip zu einer 50/50 - Frage.
Bei der Antwort sah es etwas anders aus. Da gewann Mexiko, ein Land, das ich zu der Zeit schon ein wenig kannte, mit fliegenden Fahnen. Ich koennte auch sagen, dass Deutschland verlor, aber das waere nicht dasselbe und vielleicht nicht ganz fair.

Es ist schwierig, einzelne Dinge zu benennen, die zur Entscheidung pro Mexiko fuehrten. Und es geht um eine Unzahl von Dingen, die in ihrer Gesamtheit ausschlaggebend fuer die nach eigenem Ermessen beste Entscheidung meines Lebens waren.
Es geht dabei bestimmt nicht ums Essen oder das Bier oder ...
Ich glaube am besten erklaert es das Wort "Lebensweise" im Zusammenhang mit "Lebensfreude". Klar spielen landschaftliches, klimatisches, kulturelles, kulinarisches usw. eine Rolle. Berufliche Moeglichkeiten, das Streicheln des Egos als europaeischer Auslaender in einem Nest wie Aguascalientes ... ich koennte (fast) endlos weiter aufzaehlen.

Fuer einen Typ Mensch, wie ich es bin - jemand, zu dessen hervorragenden Eigenschaften Dinge wie Karrieregeilheit oder Sicherheitsdenken nicht gerade zaehlen - ist Mexiko ein kleines Paradies. Ich fuehle mich viel weniger unter Druck, als ich es in Deutschland tat. Und das trotz des Umstands, dass die Verantwortung als Familienvater mit seit kurzem einem behinderten Kind erst hier auf mich "einstuerzte".

Es gibt sicherlich viele Sachen, die ich an Mexiko NICHT mag (das bleibt nicht aus, wenn man in einem Land LEBT), genauso wie es viele Sachen gibt, die ich an Deutschland nicht mag.
Aber in Mexiko gibt es viel mehr Sachen, die ich MAG, als in Deutschland. Und dabei kann ich glaube ich mittlerweile den Effekt, den das "Neue" ausuebt, ausschliessen.

Um es animalisch auszudruecken: Ich fuehle mich einfach sauwohl in Mexiko!
Um es technisch auszudruecken: Auf einer Waage, welche die "Pros" misst, drueckt die Mexikoseite weiter nach unten. Ungefaehr im Verhaeltnis 65:35.

Hoffentlich bin ich jetzt nicht total am Thema vorbeigerauscht, Andreas. ;-)
16.8.07 17:38
 
Gratis bloggen bei
myblog.de